Ergänzung von Friedrich Baudri 1863 / 64

Bilder weiterer Restaurierungen:

Bödingen

Bottenbroich, Pfarrkirche

Ehrenstein, Kloster

Hagen, Hauptbahnhof

Lautenbach, Renchtal

Uelzen, Heilig-Geist-Kapelle

Wien, Kirche am Steinhof

 

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Soest, St. Patrokli

Restaurierung des Wurzel-Jesse-Fensters

 

Die Glasgemälde aus dem Marienkörchen am Querschiff der ehem. Stiftskirche St. Patrokli in Soest gehören zu den ganz wenigen romanischen Glasmalereien, die in Deutschland leidlich vollständig und am ursprünglichen Ort erhalten blieben.

1863/64    restauriert und  ergänzt der Kölner Glasmaler Friedrich Baudri  die erhaltenen 12 (von 15) Scheiben; drei fehlende Felder füllt er mit nazarenisch geprägten szenischen Medaillons: eine Uminterpretation zum Marienfenster

1897 ältestes Foto der Außenseite mit starkem Wettersteinbesatz

1942 kriegsbedingte Bergung des Fensters; erste Fotodokumentation

1948 Reparatur und Wiedereinbau: zahlreiche derbe Ergänzungen, weitgehender Verlust des originalen Bleinetzes.Angleichung der Baudri-Scheiben mit dunklem Überzug

1974 Ausbau wegen grober Verwitterungsschäden: Innenseitige Verkrustung, Ablösung der Schwarzlotbemalung u.a.m.. Eine geplante Restaurierung kann nicht verantwortet werden; sie hätte mit den damals verfügbaren Techniken mehr Schaden als Nutzen angerichtet.

1975 Zwei halbseitig gereinigte Scheiben auf der Ausstellung “Konservieren - Restaurieren” im Westfälischen Landesmuseum Münster; das Wurzel-Jesse-Fenster lagert 25 Jahre lang in der Glasmalerei-Werkstatt Dr. H. Oidtmann / Linnich. Mehrere Experten-Colloquien finden keine Lösung für die Restaurierungsprobleme.

1997/98 Nach Fortschritten in der Restaurierungstechnik und Ausbildung von Glasmalerei-Restauratoren kann das Problem erneut angegangen werden.

1999 Erarbeitung eines Restaurierungskonzepts durch Gerlinde Möhlre (Diplomarbeit FH Köln)

1999/2000 Restaurierung des Fensters in der Werkstatt Dr. H. Oidtmann / Linnich:

- Abtötung und Abnahme der Pilzkolonien

- Beseitigung der Korrosionskrusten

- Sicherung der abgelösten Schwarzlotmalerei mit flüchtigen Bindemitteln, Reinigung und Festigung der Malerei

- Konsolidierung des Bleinetzes

         

Rückgewinn eines guten Teils der ursprünglichen Farbigkeit und Lesbarkeit des Fensters

- Ergänzung der fehlenden Felder im Bleiriss mit kupferkaschiertem Glas zur Rekonstruktion des ursprünglichen ikonographischen Zusammenhangs

 

Seit Herbst 2001 museale Aufbewahrung im Rüstkammer-Museum von St. Patrokli / Soest.